Demonstration am 15.09.2017 um 17:00 in Potsdam: MIETE? STOPP! JETZT! – RAUS AUF DIE STRASSE!

Kommt zur Demo am Freitag, den 15. September 2017! Potsdam demonstriert gegen den Mietenwahnsinn, gegen die Verdrängung und für eine Stadt für Alle. Denn wir lassen uns nicht länger verdrängen, entmieten und luxussanieren!

Am 15.09.2017 um 17:00 in Potsdam.

Startpunkt: Leipziger Dreieck

Abschluss: 19:00 Alter Markt

Aufruf:

Was haben Jauch, Kirsch, Plattner und Groth gemeinsam?
Sie leisten sich eine Stadt.

Was haben Müller, Jerhad, Nguyen und Jankowski gemeinsam?
Sie können sich diese Stadt nicht mehr leisten.

Die Einen bauen für Millionen neue Häuser oder kaufen alte und sanieren sie teuer. »Ihr neues Anlageobjekt« steht dann meist an den großen Bauschildern – nicht »Ihre neue Wohnung«, denn die können sich die Anderen nicht leisten.

Parallel spenden Jauch, Plattner und Co. Millionen, um sich eine Kopie ihres barocken, feudalen Potsdams zu bauen. Für Müller und Co. bleibt der Blick auf TouristInnen und Kulissenarchitektur, welche die Stadt noch ein bisschen teurer machen. Die Einen freuen sich, dass Preise bei Neuvermietungen und neu gebauten Wohnungen »unter 10 €/qm« nicht mehr möglich sind, die Anderen stellen fest, dass bei 50 % Mietanteil an ihrem Gesamteinkommen endgültig eine Schmerzgrenze erreicht ist.

Die städtische Politik der sogenannten Rathauskoalition lädt daraufhin zu Diskussionsrunden unter den Titeln: »Wohnungspolitisches Konzept« oder »Bürgerbeteiligung«. Am Ende stellen sie fest, dass die Ergebnisse eigentlich nur Empfehlungen seien, an die sich noch nicht einmal städtische Gesellschaften wie die Pro Potsdam halten müssen – Kirsch und Groth sowieso nicht. Die besprechen lieber bei sogenannten »Investorentreffen« mit dem Oberbürgermeister und Bauamt direkt, wie weitere Investitionen nach Potsdam geholt werden können, ohne andere mit einzubeziehen.

Am Ende steht eine der »teuersten Städte der neuen Bundesländer« – Tendenz steigend. Die Einen freuen sich über ihre Rendite, die Anderen ziehen weg. Politische Reaktionen: »Da ist nichts zu machen«, »Der Markt bestimmt nun mal den Preis«, und: »Städtische Politik hat da sowieso nur begrenzten Einfluss«.

Wehren wir uns! Dies ist unsere Stadt! Wir sind Müller, Jerhad, Nguyen und Jankowski und wir lassen uns nicht länger verdrängen, entmieten und luxussanieren!

Schon lange brodelt es in vielen Teilen der Stadt: Die MieterInnen der Tuchmacherstraße haben sich ihr eigenes Haus von der Pro Potsdam erkämpft – trotz Höchstgebotsverfahren entgegen den »Empfehlungen« des »Wohnungspolitischen Konzeptes«, MieterInnen am Brauhausberg fordern endlich echte Bürgerbeteiligung und nehmen die Zukunft ihrer Häuser in die eigene Hand. Heidesiedlung, Staudenhof, Behlertkarree, Musikerviertel – an immer mehr Orten werden MieterInnen aktiv. Die Kreativen im Rechenzentrum werden keinem Nachbau einer Militärkirche weichen und der Kampf um den Erhalt der Fachhochschule ist noch lange nicht vorbei!

Gehen wir jetzt auf die Straße! Zeigen wir Jauch, Kirsch, Groth und Co, dass wir die Stadt sind und wir ihre Zukunft gestalten.

Lassen wir uns von der unsäglichen Rathauskoalition nicht länger mit Diskussionsrunden abspeisen, sondern fordern ganz konkret:

  • Städtische Flächen und Gebäude erhalten,
  • weg mit dem Höchstgebotverfahren,
  • gemeinschaftliches und nichtkommerzielles Wohnen fördern,
  • Rechenzentrum, Staudenhof und Fachhochschule stehen lassen.

Die Häuser denen, die drin wohnen!

Informationen unter: https://stadtfueralle.de/

Veröffentlicht unter Blog, Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

fluter.de // 11.09.2017 // Das ist unser Haus


Die Bewohner zweier Häuser wollten nicht von Investoren aus ihren Wohnungen verdrängt werden. Ein Film für fluter. zeigt, wie sie es gemeinsam geschafft haben zu bleiben. Ein Film von Anne Thiele

zum Artikel auf fluter.de: Das ist unser Haus

Veröffentlicht unter Blog, Presse | Hinterlasse einen Kommentar

Häuser kaufen, damit sie niemandem gehören – Wohnprojekte in Potsdam – 10. September 2017 um 14:00 – 18:00

Wandelwoche? Mehr als 30 Touren, Diskussionsveranstaltungen und Kulturprogramm in Brandenburg und Berlin – offen für alle und gegen Spende, von und mit Projekten des Wandels vor euren Türen. Ein gutes Leben für alle ist möglich und bedeutet nicht Verzicht, sondern Zugewinn an Lebensqualität. Schaut selbst!!

Veranstaltung im Rahmen der Wandelwoche:

Häuser kaufen, damit sie niemandem gehören – Wohnprojekte in Potsdam

10. September 2017 um 14:00 – 18:00

Veranstalterin: Projekthaus Potsdam

Beteiligte Projekte (Reihenfolge der Stationen der Tour):

  • Projekthaus Potsdam, Syndikatsprojekt seit 2015
  • Wohnprojekt Tuchmacherstraße 8, Syndikatsprojekt seit 2017
  • Wohnprojekt- und Kulturprojekt U24, Syndikatsprojekt seit 2008
  • Mietshäuser Syndikat, Regionalberatung Berlin – Brandenburg

Die Tour

Eine Tour zu Projekten des Mietshäuser Syndikat in Potsdam und Umgebung. Häuser kaufen, damit sie niemandem gehören? Langfristig bezahlbarer Wohnraum in Selbstverwaltung? Ein solidarisches Miteinander in großer, bunt gemischter Gruppe? Wie das geht und warum alle Menschen Zugang zu Wohnraum auch in bester Potsdamer Lage haben sollten erfahrt ihr bei Besuchen in 4 Projekten, die alle in unterschiedlichsten Phasen ihres Projektlebens sind. Von Bauphase bis jahrelanger Bestand ist alles dabei.

Wie funktioniert das „Mietshäuser Syndikat“

In Potsdam und Umgebung gibt es einige Mietshäuser Syndikats-Projekte, bundesweit bilden 125 Hausprojekte und 20 Projektinitiativen als Mietshäuser Syndikat einen festen Verbund. Ziel es ist, in Selbstverwaltung langfristig bezahlbaren Wohnraum zu sichern und durch die Syndikats-Struktur Häuser dem privaten Immobilienmarkt zu entziehen. Das Syndikat ist auch beratend tätig und beteiligt sich an Projekten, hilft mit Know How bei der Projektfinanzierung und initiiert neue Projekte. Leider zeichnet sich in Potsdam seit einigen Jahren durch starken Zuzug ein angespannter Wohnungsmarkt ab. Dies führt zu ansteigenden Mieten und letztlich zu Verdrängung ökonomisch schlechter aufgestellter Menschen an die Randbezirke. Bezahlbarer Wohnraum ist für uns wichtig auch in „guter Lage“. Wir legen Wert auf eine durchmischte und bunte Gesellschaft und die Mietshäuser Syndikats – Projekte leisten einen wichtigen Beitrag. Aktuell gibt es in Brandenburg 15 und in Berlin 17 Projekte. Die Syndikatsidee stößt auf immer mehr Interesse bei den Menschen und machen deren Bedarfe deutlich. So wollen wir in einer Fußtour zu drei Projekten in Potsdam über das Syndikat informieren und unsere persönlichen Projekterfahrungen in die Wandelwoche einbringen.

Teilnehmer*innenzahl: offen

Sprache: Deutsch + Englisch + Spanisch

Barrierefreiheit: bitte nachfragen

um Anmeldung wird gebeten: Sandra@projekthaus-potsdam.de

Teilnahme gegen Spende

Veröffentlicht unter Blog, Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Demo “Wem gehört die Stadt? – Gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen” in Berlin am 09.09.2017

Demo “Wem gehört die Stadt? – Gegen hohe Mieten und Zwangsräumungen” am 9.9.2017

[Aufruf / Deutsch]    [Call / English]    [Çağrı / Türkçe]    [Appel / Français]    [اللغة العربية]

Demonstration – 9. September 14 Uhr – Oranienplatz (Kreuzberg)
Wem gehört die Stadt? – Solidarisch gegen hohe Mieten & Zwangsräumungen! – Für die Stadt von unten!

Am 8. September gibt es einen bundesweiten und dezentralen Aktionstag der Kampagne “Mietenwahnsinn stoppen”.
Und am 9. September wollen wir gemeinsam mit Euch auf die Straße gehen und die Frage „Wem gehört die Stadt?“ praktisch beantworten. Kommt mit uns auf die Straße! Seid an beiden Tagen wütend, laut, kreativ und rebellisch!

Und nach der Demo zum Kiezfest in der Reichenberger Straße.

Weitere Informationen unter: https://friedel54.noblogs.org/

Veröffentlicht unter Blog, Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Burge Hof- und Hallenfest am 09. September 2017

Bald ist es wieder soweit: die Burge feiert dieses Jahr am Samstag, den 09.09., ihr Hof- und Hallenfest!

Wie im letzten Jahr wird es ein buntes Programm mit Hüpfburg, Aktionen für Groß + Klein, Essen (vegan/vegetarisch), Bands und hoffentlich viel Sonne und keinem Regen geben.

Also tragt es euch dick in den Kalender ein – wir freuen uns sehr auf euch und ein tolles Fest!

Infos auf der Seite des Projekts: http://burge.li/

**************************************************

PROGRAMM

Bands/Live Acts
– 20:30 Uhr: Die Partytour (Balkan, Klezmer, Fusion)
– 19:00 Uhr: Grabiel (Latin Downtempo + live Saxophone)
– 18:00 Uhr: Omonia Mini Orkestar (Psychedelic Oriental)

DJ*anes
– wird’s geben 🙂

Kinderprogramm
– 17:00 Uhr: Mocky’s Zirkus Show (Puppentheater)
– Hüpfburg
– Verkleide-Ecke

Stände
– Bar (alkoholisch/alkoholfrei)
– Essen (vegan/vegetarisch)
– Siebdruck
– Kost-Nix-Stand / Verschenke-Ecke

!!! DIE VERANSTALTUNG IST BARRIEREFREI !!!

Veröffentlicht unter Blog, Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Forderungen und Empfehlungen zum Vorkaufsrecht durch die Berliner Bezirke – Juli 2017

Bereits im März 2017 hatten wir Euch in einem Rundschreiben zum Thema Vorkaufsrecht informiert. In diesem Artikel findet ihr nun ein paar Empfehlungen und Forderungen zum Vorkaufsrecht, welche wir auch an Politik und Verwaltung richten werden und von denen wir hoffen, dass sie von einigen mehr mitgetragen werden. Das Thema ist weiterhin wichtig, was wir auch an Beispielen wie der Falckensteinstrasse 33 und in unserer alltäglichen Beratungspraxis merken.

Eure Regionalberatung

Juli 2017 – Forderungen aus der Praxis:

Forderungen und Empfehlungen zum Vorkaufsrecht durch die Berliner Bezirke

Regionalberatung Berlin-Brandenburg im Mietshäuser Syndikat

Durch das städtebauliche Instrument des Vorkaufsrechtes können die Bezirke in Gebieten, in denen eine Erhaltungssatzung vorliegt, ein Vorkaufsrecht, auch zugunsten eines Dritten, geltend machen. Wenn das Vorkaufsrecht zugunsten eines Dritten ausgeübt wird, der keine Renditemaximierung zum Ziel hat, ist dies aus unserer Sicht eine Möglichkeit, zumindest in einzelnen Häusern, bezahlbare Mieten langfristig zu erhalten. Wenn dabei die Häuser in die direkte Verfügung der Mieter*innen in genossenschaftliche Formen der Selbstverwaltung überführt werden, ist dies der beste und langfristigste Schutz vor Mieterhöhungen und Verdrängung. Eine weitere Möglichkeit sind kommunale Träger, hier bedarf es zusätzlich einer Sicherung bezahlbarer Mieten über eine Selbstbindung der Kommunalen.

Wenn das Vorkaufsrecht ein Instrument werden soll, welches für Mieter*innen sinnvoll und regelmäßig angewendet werden kann, müssen an mehreren Punkten Verbesserungen vorgenommen werden.

Aus unseren bisherigen Beratungen von Hausgemeinschaften zum Thema Vorkaufsrecht ist eine Aufstellung verschiedener Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten entstanden:

Engagement der Mieter*innen

Alle erfolgreichen Beispiele von Hausgemeinschaften, die einen Selbstkauf oder eine Anwendung des Vorkaufsrechtes erreichen konnten, hatten im Kern das Engagement der Mieterinnen als Voraussetzung.
Aus diesem Grund müssen Hausgemeinschaften gestärkt werden und sich selber stark machen. Dies kann durch gezielte Beratungsangebote und Bereitstellung von Materialsammlungen erfolgen. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Vernetzung und Erfahrungsweitergabe von Hausgemeinschaften untereinander. An diesen Punkten muss eine Unterstützung aus der Verwaltung der Bezirke sowie der Lokalpolitik und auf Landesebene ansetzen.

Vorkaufsrechte für Hausgemeinschaften

Das aktuelle Vorkaufsrecht nach dem Baugesetzbuch (BauGB) weist grundsätzliche Schwächen auf: So muss ein Haus in einem Gebiet liegen für das eine Erhaltungssatzung vorliegt, um das Vorkaufsrecht ausüben zu können. Des Weiteren muss die Anwendung politisch gewollt und aus der Verwaltung unterstützt werden. Die Hausgemeinschaften befinden sich damit in einer starken Abhängigkeit, denn sie würden ohne Nachricht aus dem Bezirk nur zufällig von einem Verkauf erfahren oder erst im Nachhinein.
Unabhängig vom Interesse der lokalen Politik, fordern wir ein gesetzlich abgesichertes Vorkaufsrecht für alle Hausgemeinschaften für alle Verkaufsfälle (oder eine alternative Möglichkeit, Vorkaufsrechte generell und Flächendeckend zu ermöglichen). Der Verkauf muss zu einem Verkehrswert möglich sein, der aus den aktuell im Haus gezahlten Mieten berechnet wird. Hierzu wäre eine Änderung im BauGB notwendig.

Kauf zum Verkehrswert auf Grundlage der aktuellen Mieten

Laut dem BauGB haben die Bezirke die Möglichkeit einen Vorkauf zu einem verringerten Preis auszuüben, „wenn der vereinbarte Kaufpreis den Verkehrswert in einer dem Rechtsverkehr erkennbaren Weise deutlich überschreitet“. Auch hier bedarf es einer Klarstellung im Baugesetzbuch, da diese Formulierung offen für Interpretationen und damit anfällig für Rechtsstreitigkeiten ist. So wurde in einem aktuellen Verfahren von einem Berliner Gericht argumentiert, dass eine Überschreitung des Verkehrswertes um über 23 % noch keine deutliche Überschreitung darstellen würde, und der Vorkauf u.a. aus diesem Grund abgelehnt.
An diesem Punkt fordern wir, dass ein Vorkauf zu einem Verkehrswert, der auf Grundlage der im Haus gezahlten Mieten errechnet wurde, ausgeübt werden kann, wenn der Kaufpreis diesen Verkehrswert um 10 % übersteigt.
Eine solche Regelung würde zum einen die Bezahlbarkeit von Vorkäufen sicherstellen und zum anderen ganz allgemein spekulative Kaufpreise einschränken.
Finanzierung von Vorkaufsrechten über Einrichtung eines kommunalen Bodenfonds
Hausgemeinschaften sind nicht in der Lage innerhalb der gegebenen Frist von 2 Monaten den kompletten Kaufpreis aufzubringen. Aus diesem Grund fordern wie die Einrichtung eines kommunalen Bodenfonds auf Landes- und/oder Bezirksebene, der mit entsprechenden Geldern ausgestattet wird (mindestens 50 Mio. Euro pro Jahr). Im Falle der Ausübung eines Vorkaufsfalls soll der Fonds als Käufer auftreten, der Nachweis des Kaufpreises innerhalb der geforderten Frist wäre damit möglich.

Wahlmöglichkeit bei Ausübung des Vorkaufsrechts für Hausgemeinschaften

Im Anschluss an einen Vorkauf durch den kommunalen Bodenfonds soll eine Mieter*innenversammlung durchgeführt werden. In einer Wahl, an der alle Mietparteien aus dem Haus teilnehmen können, soll entschieden werden, ob das Haus in Erbpacht in eine genossenschaftliche/gemeinschaftliche Eigentümerstruktur übernommen wird. Sollte sich dafür keiner Mehrheit finden, wird das Gebäude an eine der landeseigenen Wohnbaugesellschaften weitergegeben.
Im Falle eines Hauskaufs durch die Mieter*innen muss grundbuchlich abgesichert sein, dass ein Weiterverkauf oder eine Aufteilung in Wohneigentum dauerhaft ausgeschlossen wird.

Im Falle, dass die Mieter*innen sich für eine Übernahme des Gebäudes in Erbpacht aussprechen, erhalten sie ein Jahr Zeit, eine eigene Finanzierung aufzustellen. Das Land Berlin unterstützt die Mieter*innen u.a. durch eine Absicherung der benötigten Kredite durch eine Landesbürgschaft, oder durch Bereitstellung von zinslosen Darlehen.

Mit solchen Regelungen ließen sich sowohl die Fristen für die Finanzierung einhalten als auch, wo von den Mieter*innen gewünscht, eine Selbstverwaltung der Häuser einrichten. Ein weiterer Vorteil wäre der Verbleib der Grundstücke beim Land/Bezirk, damit würde sich Berlin eine langfristige Steuerungsmöglichkeit im Bereich der Stadtpolitik erhalten. Über den Verkauf des Hauses in Erbpacht an die Mieter*innen würden sehr schnell Mittel zurück in den kommunalen Bodenfonds fließen und diese würden für neue Käufe zur Verfügung stehen. Über die Erbpachtzinsen für den Grundstücksanteil würden langfristig Einnahmen erwirtschaftet. Diese Mittel sollen ebenfalls wieder in den Fonds zurück fließen und neue Finanzierungen ermöglichen.

Selbstverwaltung der Mieter*innen auch innerhalb von städtischen Wohnbaugesellschaften

Für alle Hausgemeinschaften, die sich in Eigentümerschaft einer der landeseigenen Wohnbaugesellschaften befinden, sollen Selbstverwaltungsrechte eingerichtet werden. Als Vertragspartner müssen die Hausgemeinschaften sich auf eine gemeinsame Vertretungsrechtsform (z.B. einen e.V.) einigen, die mindestens 50 % der Mietparteien repräsentiert. Es muss sichergestellt werden, dass alle Mietparteien dort Mitspracherechte haben können. Mit diesen Hausgemeinschaften sollen dann Verträge über Selbstverwaltungsrechte abgeschlossen werden, z.B. Belegungsrechte, Entscheidungen über Modernisierungen, Betreuung von Arbeiten oder der Einsatz von Eigenleistungen, Hausmeisterarbeiten, Verwaltungstätigkeiten usw.

Privatisierung verhindern

Um das kommunale Eigentum der Wohnungsbaugesellschaften langfristig, auch entgegen politischer Interessen, abzusichern, muss eine durch die Mieter*innen kontrollierte Sperrminorität bei jeder einzelnen landeseigenen Wohnbaugesellschaft eingerichtet werden. Die Sperrminorität kann im Gesellschaftervertrag der Wohnbaugesellschaften verankert werden und z.B. durch einen Verein oder eine Stiftung der Mieter*innen, der oder die mit diesem Zweck gegründet wird, abgesichert werden.

Juli 2017 – Regionalberatung Berlin-Brandenburg im Mietshäuser Syndikat

Weitere Informationen finden sich auch in unserem Rundbrief vom März 2017:

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

Mit Selbstverwaltung in die Mitmachfalle – oder: Alles Wiederholung? – Montag, 17.07.2017 um 19:30

„Wo ich denke, so will ich nicht nochmal gegen den Baum fahren…“ *

Mit Selbstverwaltung in die Mitmachfalle – oder: Alles Wiederholung?

Veranstaltung am Montag den 17.07.2017
um 19:30 Uhr im Aquarium (hinterm Südblock am Kottbusser Tor)

Lesung und Diskussion mit Matthias Möller zur Politik selbstverwalteter Wohnformen vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen aus der Genossenschaftsbewegung.

Antikapitalistische Wohnungspolitik, Commons, Vergesellschaftung und Gemeingüter sind aktuelle Schlagworte, um Aufwertung von Stadtteilen, gesteigerten Profitinteressen und Verdrängung eine andere Wohnraumversorgung entgegen zu setzen. Gleichzeitig verfolgen zahlreiche Neugründungen von Haus- und Wohnprojekten eine alternative Praxis für den Alltag ihrer Bewohner*innen.

Solche Versuche (und die dabei gesammelten Erfahrungen) haben eine lange Geschichte: Bereits in den 1880er Jahren gründeten sich erste Wohngenossenschaften als Alternative zur kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft. Damals entstand eine Genossenschaftsbewegung, die Wohnraumversorgung mit basisdemokratischen und sozialistischen Reformvorstellungen verband – als Schritt auf dem Weg zu einer anderen Gesellschaftsordnung.

Mit der Siedlungsgenossenschaft Freidorf/Basel wird ein herausragendes Beispiel dieser wohnreformerischen Experimente vorgestellt. Dort organisierten sich nach 1919 150 Familien, um in einer großzügig angelegten Siedlung an einem antikapitalistischen, dörflich-kooperativen Wohnexperiment zu arbeiten. Doch obwohl das Freidorf in Kriegszeit und Wirtschaftsaufschwung ohne äußere Eingriffe blieb, stand es bald vor grundlegenden Herausforderungen, die auch im Hinblick auf heutige Wohnprojekte von Interesse sind. Denn im Laufe der 1950er und 1960er Jahre wurde das einst stabil und gut funktionierende Organisationsmodell gleich in mehrfacher Hinsicht herausgefordert und grundlegend in Frage gestellt.

  • Welche Erfahrungen der Genossenschaftsbewegung lassen sich für heutige Verhältnisse produktiv machen?
  • Unter welchen Bedingungen wurden welche Entscheidungen innerhalb der Genossenschaftsbewegung getroffen?
  • Welche Auswirkungen hatten diese langfristig?
  • Und was können heutige Wohnprojekte und stadtpolitische Initiativen aus diesen Erfahrungen lernen, wenn die Idee selbstverwalteten Wohnens nicht auf das Wohnen beschränkt ist, sondern auch als gesellschaftlicher Gegenentwurf zum Bestehenden gedacht ist ?

Diese und Eure Fragen wollen wir gemeinsam mit Matthias Möller nach einem Input zum Freidorf Basel diskutieren.

Matthias Möller, Kulturwissenschaftler an der Uni Freiburg/Breisgau, lebt seit Jahren in selbstverwalteten Wohnprojekten und ist im Kontext des Mietshäuser Syndikats stadtpolitisch aktiv. 2015 ist von ihm das Buch „Leben in Kooperation. Genossenschaftlicher Alltag in der Mustersiedlung Freidorf bei Basel (1919-1969)“ erschienen.

Die Veranstaltung ist organisiert von der Regionalberatung Berlin/Brandenburg im Mietshäuser Syndikat und Teil der Reihe „Wie machen wir das? – Konkrete Utopien für die Stadt“ von Kotti & Co und der Initiative Stadt von Unten.

Kontakt: berlin-brandenburg@syndikat.org // info@stadtvonunten.de

Websiten:

* Zitat aus dem Plenum der Initiative Stadt von Unten

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

Küfa am Freitag den 14.07.2017 im Hausprojekt Burge

Liebe Freund*innen der Burge,
wir möchten euch herzlich zu einem gemütlichen Zusammensein in Halle und Hof der Burge einladen. Gegen 18 Uhr wird es etwas kleines, feines zum Essen geben.
Wir freuen uns auf euch!
Liebe Grüße

Die Burge

Anfahrt: http://burge.li/das-haus

Veröffentlicht unter Blog | Hinterlasse einen Kommentar

… denn die Häuser gehören uns… Demonstration am 26.Mai am Kotti

Die Kreuzberger Initiativen BOSS&U, Bizim Kiez, Mieterrat im NKZ, Stadt von Unten, MieterInnen im Mariannenkiez, Sozialmieter.de laden zusammen mit Kotti&Co zur gemeinsamen Demonstration gegen steigende Mieten und Verdrängung ein.

Am Freitag 26. Mai 2017 um 17:00 am Kottbusser Tor.

Gefeiert wird dort auch das 6-jährige Bestehen von Kotti & Co, sowie das 5-jährige Bestehen ihres Protest-Gecekondus!

Wir freuen uns auf Euch!

Weitere Infos unter: https://kottiundco.net/

Veröffentlicht unter Blog, Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Veranstaltung – Das ist unser Haus! – oder: Vorkaufsrechte für Alle! // 09.05.2017 ab 18:00

Das ist unser Haus! – oder: Vorkaufsrechte für Alle!
Dienstag, 9.05.2017 im ExRotaprint Projektraum

Beginn der Veranstaltung: 18:00 Uhr
Beginn der Filmvorstellung: 19:30 Uhr

Diskussion und Filmpräsentation, organisiert vom Mietshäuser Syndikat zusammen mit den Filmemachern Burkhard Grießenauer, Daniel Kunle und Holger Lauinger im Projektraum von ExRotaprint .

Die Veranstaltung beginnt mit einem Gespräch mit Vertreter*innen aus drei Berliner Häusern, die auf verschiedenen Wegen im letzten Jahr eine Übernahme in Selbstverwaltung bzw. eine Re-Kommunalisierung erreichen konnten (Seume14, Wrangel66,  Zossener48).

Welche Bedingungen müssen erfüllt werden, damit mehr Hausgemeinschaften Ihre Häuser „vom Markt nehmen können“ und bezahlbare Mieten langfristig gesichert werden? Welche Rolle kann dabei das Vorkaufsrecht durch die Berliner Bezirke spielen?

Anschließend wird der Film „Das ist unser Haus!“ (65 Min) über das Modell „Mietshäuser Syndikat“ in Anwesenheit der Filmemacher gezeigt. (D 2016, 65 Min.,16:9)

Veröffentlicht unter Blog, Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar